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27.01.2010 10:55 Uhr
von rickrossovich 
Beiträge: 3.503 (0,43 %)
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Politisches Asyl für Deutsche Familie in den USA
Die deutsche Familie Romeike floh aus Deutschland und beantragte in den USA politisches Asyl.
Der Grund: Die Familie durfte ihre fünf Kinder nicht zu Hause und nach ihren eigenen religiösen Wertvorstellungen unterrichten. Ausserdem hätte die Kinder an deutschen Schulen mit Gewalt und Mobbing zu kämpfen.
Die Polizei brachte erstmals im Oktober 2006 die Kinder zur Schule.
Im Mai 2006 bestätigte das Bundesverfassungsgericht, dass die Schulpflicht einzuhalten und Verstöße dagegen als Ordnungswidrigkeit zu ahnden seien.
Daraufhin floh die Familie in die USA.
Ein Richter entschied nun, dass die Familie Romeike in den USA bleiben darf und ihre Kinder zu Hause unterrichten dürfen.
Der deutsche Generalkonsul für den Südosten der Vereinigten Staaten, Lutz Gorgens, sagte:
Zitat:
Deutschland verfüge über ein großes Angebot an Bildungsmöglichkeiten. Die Eltern könnten wählen zwischen öffentlichen, privaten und religiösen Schulen, einschließlich alternativer Einrichtungen wie Waldorf- oder Montessorischulen.
Quelle:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,674260,00.html |
27.01.2010 11:02 Uhr
von friedie 
Beiträge: 3.840 (0,21 %)
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LOL 
In Deutschland besteht schulpflicht, wer sich nicht daran hält, dem steht frei zu gehen... Aber deswegen politisches Asyl... was für ein Witz.
Der nächste Ami beantragt politisches Asyl bei uns, weil er bei uns auf der Autobahn 200 fahren darf...
So ein quatsch... ich finde das einfach nur lächerlich. Vlt isses besser wenn se in die Staaten gehen.
Und die Kinder wurden gemobt... Kinder koennen grausam sein, das ist unbestrittten aber wer kennt denn die wirklichen Hintergruende dafuer...
In meinen Augen sind die Kinder die Opfer ihrer idealistischen Eltern, die ihnen schon von klein auf beibringen sich in einer Geselschaft nicht unterordnen zu können. (Das hat nichts mit Anpassung und "keine eigene Meinung haben" zu tun)
Zitat:
Sie verstehen sich als evangelikale Christen und vertreten die Ansicht, dass das deutsche Bildungssystem Werte vermittelt, die gegen christliche Grundsätze verstoßen.
Was heißt das denn, weil in Bio die Evolutionstheorie anerkannt wird. Weil in Geo die Erde ne Kugel ist und nicht der Mittelpunkt des Universums.
Was ist mit christlichen Schulen in Deutschland, die verstoßen wohl auch?
Wie lächerlich, die Eltern scheinen einfach nur fanatische christen zu sein und die Kinder sind die Opfer dessen.
Ich wuesste nicht an welcher Stelle die Eltern politisch verfolgt wurden, nur weil in Deutschland glaubenssfreiheit für alle Religionen gilt und ein weltliches Weltbild an Schulen vermittelt wird!
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27.01.2010 12:37 Uhr
von netter-bayer 
Beiträge: 4.385 (0,97 %)
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solche verklärten ansichten.
religion hat so oder so in der bildung nichts verloren... imho.
jedem das seine, spart der staat halt geld ^^ |
27.01.2010 12:48 Uhr
von usmarvelcomics 
Beiträge: 4.784 (0,17 %)
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Zitat:
rickrossovich schrieb: Im Mai 2006 bestätigte das Bundesverfassungsgericht, dass die Schulpflicht einzuhalten und Verstöße dagegen als Ordnungswidrigkeit zu ahnden seien.
Daraufhin floh die Familie in die USA.
Ein Richter entschied nun, dass die Familie Romeike in den USA bleiben darf und ihre Kinder zu Hause unterrichten dürfen.
Hy,
ja das ist doch einmal eine gute Nachricht für alle die schonmal in die USA Auswandern wollten und keine GreenCard oder Visum bekommen haben.
Gruß |
27.01.2010 16:07 Uhr
von shillen 
Beiträge: 2.526 (0,08 %)
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Zitat:
rickrossovich schrieb: ...Die Familie durfte ihre fünf Kinder nicht zu Hause und nach ihren eigenen religiösen Wertvorstellungen unterrichten. Ausserdem hätte die Kinder an deutschen Schulen mit Gewalt und Mobbing zu kämpfen...
Daraufhin floh die Familie in die USA.
Ein Richter entschied nun, dass die Familie Romeike in den USA bleiben darf und ihre Kinder zu Hause unterrichten dürfen...
Ist doch wunderbar, eine Familie kämpft gegen die deutsche Engstirnigkeit und sieht den einzigen Ausweg in der Flucht. So ergeht es einer sechsstelligen Zahl jedes Jahr (natürlich aus vielfältigen Gründen).
Bin mal gespannt wann man hier wach wird, und vor allem was man degegen zu tun gedenkt.
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27.01.2010 19:45 Uhr
von hummer04 
Beiträge: 1.212 (1,46 %)
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@Shillen: Wie bitte ?
Mal im Ernst, die Schulpflicht ist Gesetz und das Argument mit der breiten Auswahl an Schulen ist definitif berechtigt. Ich sehe hier keineswegs ein Vergehen des deutschen Staates und schon gar keine Engstirnigkeit. Nicht nur, dass die Eltern die Zukunft ihrer Kinder aufs Spiel setzen, sondern auch die sozialen Konsequenzen dieser Entscheidung sind kaum tragbar.
Man geht ja gerne von Mobbin auf Schulen aus, jedoch wo sonst soll ein Kind sozialen Umgang lernen ? Wo sonst soll ein Kind lernen verschiedenen Meinungen zu akzeptieren und seine eigene richtig zu verteidigen ?
Wie sieht es mit ihrer beruflichen Karriere aus, wenn sie keinen Schulabschluss vorweisen können für ihre Kinder ?
Die Engstirnigkeit ist hier definitif bei den Eltern zu suchen und nicht beim Staat.
Das Argument, dass Religion nichts mit Bildung zu tun hat ist zu verwerfen. Die Religion ist sogar Teil der Bildung. Bildung besteht darin in der Lage zu sein verschiedene Standpunkte zu analysieren und zu entscheiden welchen man animmt. Dies gibt einem jedoch kein Recht andere Standpunkte als unmöglich oder falsch darzustellen... (Postmoderne philosphische Theorie...) |
27.01.2010 19:55 Uhr
von shillen 
Beiträge: 2.526 (0,08 %)
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Zitat:
hummer04 schrieb: ...Mal im Ernst, die Schulpflicht ist Gesetz und das Argument mit der breiten Auswahl an Schulen ist definitif berechtigt. Ich sehe hier keineswegs ein Vergehen des deutschen Staates und schon gar keine Engstirnigkeit...
Das Schulpflicht sinnvoll ist will ich ja nicht bestreiten (im Gegenteil), allerdings im Sinne von "Lernpflicht". Was aber wenn die Eltern die Kinder selber schulisch bilden wollen sofern sie dazu qualifiziert sind? Da fängt nämlich genau das an was ich als "Engstirnigkeit" bezeichne. Das steht nicht im Gesetz und prompt überfordert es unsere Beamten. Vermutlich ist auf irgendwelchen Formularen kein solches Ankreuzfeld.
Zitat:
...Das Argument, dass Religion nichts mit Bildung zu tun hat ist zu verwerfen. Die Religion ist sogar Teil der Bildung....
Das ist je gerade das Schlimme. Hier haben wir noch erheblichen Nachholbedarf. Die Zeit könnte man sinnvoll
für andere Fächer nutzen.
< Beitrag editiert am 27.01.2010 um 20:12 Uhr > |
27.01.2010 20:14 Uhr
von tech-m-down 
Beiträge: 4.888 (0,37 %)
Moderator
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Zitat:
hummer04 schrieb:Nicht nur, dass die Eltern die Zukunft ihrer Kinder aufs Spiel setzen, sondern auch die sozialen Konsequenzen dieser Entscheidung sind kaum tragbar.
In deinen und meinen Augen, vermutlich der Sichtweise der meisten hier, stimmt das.
Versetz dich aber mal in die Lage der Eltern.
Von dem, was in der Quelle stand, schätze ich die Eltern so ein, daß sie eine Gefahr für ihre Kinder sehen, wenn diese mit anders erzogenen in Kontakt kommen - die soziale Ab-, ja Ausgrenzung ist doch offensichtlich von der Elternseite aus gewünscht.
Für die Kinder ist es natürlich tragisch, doch ich halte es für das Recht der Eltern, den Kindern ihre Wertvorstellungen beizubringen. Dies ist allerdings kein Widerspruch zu Schulpflicht, denn in gewißem Rahmen hat der Staat Kinder zu schützen.
Problematisch ist es, weil die Werte der Eltern nicht mit der der Gesellschaft übereinstimmen und nur ihre eigene Sichtweise darlegen möchten, deshalb ja der Heimunterricht.
Verschiedene Meinungen kennenzulernen, ist aber wichtig und gewiß selbst dann nicht falsch, wenn man subjektiv die eine oder andere Meinung als falsch abweist. Meinetwegen können die Eltern ihren Kindern nach der Schule einimpfen, warum diese oder jene Anschauung nicht richtig ist.
Nun ist diese Familie nicht ausgewandert, sondern geflüchtet. Ob es ein Einzelfall ist oder nur einer von vielen, der aber durch die Presse geht, weiß ich nicht.
Die Sache zeigt m.E. auf, daß der Begriff des Asyls sich weit ausdehnen lässt. Wenn Amerika Deutschland als Rechtsstaat ansieht, sollte an sich keine Notwendigkeit bestehen, deutschen Staatsbürgern Asyl zu gewähren.
Ist hier die Religionsfreiheit tatsächlich verletzt? Wie weit darf Religion oder religiös motiviertes Handeln gehen? Wenn gesellschaftliche Normen verletzt werden, hat Schluß mit Religion zu sein. Und Schulpflicht ist mehr als ein Gesetz, es ist ein sinnvoller Konsens unserer Gesellschaft, daß jedes Kind -unabhängig vom Elternhaus- das Recht hat, Bildung durch ausgebildete und staatlich anerkannte Lehrkräfte zu erwerben.
tech-m |
27.01.2010 20:24 Uhr
von friedie 
Beiträge: 3.840 (0,21 %)
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danke tech-m-down...
Genauso sieht es aus...
@shillen:
Hier wird wie auch die anderen schon sagten nicht von auswandern gesprochen, klar hat jeder die Freie wahl zu gehen... hast du auch, aber die haben Asyl wegen politischer Verfolgung beantragt, das ist scho biddel was anderes meinst du nicht auch?
Davon abgesehen ist es natuerlich richtig den Eltern die Erziehung zu ueberlassen, aber an sehr sehr wenigen Grenzen hoert die Elterliche Fürsorge auf und das ist nunmal die Schulpflicht, wie tech-m-down schon sagte soll jedes Kind ein Recht auf freie Bildung haben (den Kindern in diesem Fall wird das nur noch nicht bewusst sein)
Es handelt sich in meinen Augen um schwerst religiöse Christen die das mit der Fürsorge und den christlichen Wertvorstellungen einfach biddel falsch verstanden haben und ne Moeglichkeit suchten in die USA zu kommen, mehr net
Ich wuerde lachen wenn se wieder zurueckgeschickt werden  |
27.01.2010 20:30 Uhr
von shillen 
Beiträge: 2.526 (0,08 %)
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Zitat:
friedie schrieb: ...aber die haben Asyl wegen politischer Verfolgung beantragt, das ist scho biddel was anderes meinst du nicht auch?
D'accord, da hast Du Recht.
Zitat:
...Davon abgesehen ist es natuerlich richtig den Eltern die Erziehung zu ueberlassen, aber an sehr sehr wenigen Grenzen hoert die Elterliche Fürsorge auf und das ist nunmal die Schulpflicht...
Wenn die Eltern qualifiziert sind und nur die Prüfungen öffentlich abgelegt werden würden sollte sowas aber möglich sein.
Zitat:
...Es handelt sich in meinen Augen um schwerst religiöse Christen die das mit der Fürsorge und den christlichen Wertvorstellungen einfach biddel falsch verstanden haben...
Das sehe ich auch so, deshalb hält sich mein Mitleid auch in Grenzen. Mir ging es eher ums Prinzip und da finde ich die Deutschen in dieser Beziehung schon engstirnig.
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